Soziale Plastik

Soziale Plastik

Bis in die Renaissance und darüber hinaus war Kunst Auftragskunst und wurde als eine Art gehobenes Handwerk gesehen. Es entstanden die Berufe Maler, Bildhauer, Grafiker etc.
Auftraggeber waren die Kirche, die Königshäuser und seit der Renaissance reiche Kaufleute. In der Renaissance gehörten noch Kunst und Wissenschaft zusammen, ein gutes Beispiel dafür ist Leonardo da Vinci.
Mit der aufkommenden Industrialisierung und der Trennung zwischen Kunst und Wissenschaft entwickelte sich ein Kunstmarkt mit Galerien, Kunsthallen und Kunstmuseen.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Strukturen immer wieder in Frage gestellt und in Folge auch verändert. Einen wichtigen Beitrag leistete Marcel Duchamp. Er reichte 1917 in der berühmten Armory Show in New York unter dem Pseudonym R.Mutt ein Pissoir mit dem Titel “Fountain” ein, was dann von der Jury und der Öffentlichkeit heftigst diskutiert wurde. Denn plötzlich konnte jedes beliebige Objekt zum Kunstwerk werden, wenn es im Kunstbetrieb landet. Heute geht es in der Kunst nicht mehr um “Handwerk”, sondern um Konzept und Aussage und erst danach spielt das Mittel der Umsetzung eine Rolle.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fountain_(Duchamp)
Parallel dazu entwickelte sich die Gruppe Dada als Ablehnung konventioneller Kunstformen, in den 60er Jahren erfolgte mit Fluxus eine zweite Attacke auf den Kunstbetrieb.
Joseph Beuys ist zunächst bei Fluxus mit einigen Happenings aktiv, entwickelt dann aber mit der Sozialen Plastik eine konstruktive Erweiterung des Kunstbegriffes.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Plastik
Ich möchte die Soziale Plastik mit einem Bild beschreiben: Stellen wir uns unsere Gesellschaft als einen großen Tonklumpen vor, den wir alle mitformen können. Die so entstehende Plastik ist kein abgeschlossenes Werk, sondern bleibt immer unfertig. Wer sich in diesem Sinne als Gestalter von Gesellschaft versteht und auch so handelt, der ist ein Künstler. So ist auch der Satz von Beuys zu verstehen: “Jeder Mensch ist ein Künstler”

In diesem Sinne ist Słubfurt eine Soziale Plastik, die seit ihrem Entstehen 1999 immer neue Formen annimmt, zu verstehen. Mit dem Słubfurter Parlament wurde 2009 ein Werkzeug geschaffen, das es allen BürgerInnen von Słubfurt ermöglicht, an der Sozialen Plastik Słubfurt mitzuarbeiten. Durch diesen Rahmen wird alles, was sich aus dem Słubfurter Parlament heraus entwickelt zum immanenten Teil der Sozialen Plastik. In diesem Kontext kann auch ein Fußballspiel, Gärtnern und alles, was sich in Słubfurt so entwickelt, dazugehören.

http://www.slubfurt.net/


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